Heidi BayerMoonsheep
Best-Nr:OW14
Barcode:4068992799926
VÖ Datum:13.11.2026
Label:Owl Way Records
Labelcode:99999
Stil:Jazz/Allgemein

Mit Moon Sheep präsentiert die Trompeterin, Flügelhornistin, Komponistin und Bandleaderin Heidi Bayer ihr neues Album. An ihrer Seite spielen Johannes Ludwig (Altsaxophon), Jan Alexander (Rhodes, Effekte), Phil Donkin (Bass) und Karl F. Degenhardt (Schlagzeug). Aufgenommen, gemischt und gemastert wurde das Album von Matthias Gammim Maarweg Studio in Köln. Moon Sheep erscheint am 27. November 2026 bei Owl Way Records.

Die überwiegend von Bayer komponierten Stücke verbinden freie Improvisation mit groove-basierten Elementen und lassen viel Raum für individuelle Klanggestaltung. Die Musik ist beweglich, energiegeladen und körperlich, kann aber ebenso träumerisch oder sentimental werden. Gesangliche Melodien werden ins Off geführt, vermeintlich schwelgerische Momente durch kantige Rhodes-Sounds und Effekte gebrochen. Und neben aller kompositorischen Raffinesse besitzt die Musik auch etwas Kindliches – nicht im Sinne von Einfachheit, sondern in ihrer Neugier, ihrem Schalk und ihrer Lust am Spiel. Sie darf überraschend abbiegen, sich etwas erlauben und auch einmal einen vermeintlich kitschigen Moment genüsslich auskosten, nur um ihn im nächsten Augenblick wieder auf den Kopf zu stellen.

Entscheidend für den Sound von Moon Sheep ist der gemeinsame Entwicklungsprozess der Band. Obwohl die Kompositionen bereits sehr ausgearbeitet waren, boten sie zahlreiche Ansatzpunkte, die die Musiker:innen gemeinsam weiterverfolgten, veränderten und ausloteten. Dieser Prozess setzte sich teilweise bis in die Aufnahmen hinein fort. Auch in der Postproduktion wurde intensiv an den Details gearbeitet – insbesondere an der klanglichen Ausarbeitung des Rhodes und der Effekte.

Eine besondere Energie bekam die Aufnahme am letzten Produktionstag: Dafür lud die Band 10 bis 15 Menschen aus ihrem musikalischen Umfeld zu einer Live-Session ins Studio ein. Mit Kopfhörern konnten sie die Aufnahme unmittelbar mitverfolgen und wurden so zu einem kleinen Live-Publikum. Einige der an diesem Tag entstandenen Stücke fanden als komplette Takes ihren Weg auf das Album. Denn auch wenn die Musiker:innen im Studio normalerweise unter sich arbeiten, verändert die Anwesenheit eines Publikums die Situation spürbar: Das Spiel wird unmittelbarer, reagiert stärker auf den Moment und bekommt eine andere Energie. Diese Atmosphäre ist, so Bayer, auch in den Aufnahmen zu hören.

Die Aufnahmen fanden Ende Oktober 2024 unter besonderen persönlichen Umständen statt: Bayer war zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Monaten schwanger. Aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Komplikation hatte sie zuvor über längere Zeit nicht spielen dürfen, sodass lange ungewiss war, ob die Aufnahme überhaupt stattfinden konnte. Teile der Proben musste sie zunächst ohne ihre Trompete begleiten – zuhören, mitarbeiten, musikalische Entscheidungen treffen, aber selbst nicht spielen. Als schließlich feststand, dass sie wieder spielen und das Album realisieren konnte, waren Dankbarkeit und Spielfreude entsprechend groß.

Die besondere Situation begleitete auch den weiteren Produktionsprozess. Im späten Winter 2025 wurde noch intensiv im Studio gearbeitet – Bayer inzwischen hochschwanger und, wie sie sich selbst mit einem Augenzwinkern erinnert, auf der Couch hinter dem Mischpult sitzend und Schokokekse essend. Der kurze Gang zum Supermarkt fühlte sich da schon beinahe wie ein Halbmarathon an. Vor allem aber blieb die Erinnerung an einen intensiven und beglückenden Arbeitsprozess: an die Musik, das gemeinsame Entwickeln und die Spielfreude der Band.

Auch der Titel Moon Sheep ist eng mit dieser Lebensphase verbunden. Er geht auf ein Gedicht zurück, das Bayer und ihre Familie ihrem 2025 geborenen Sohn zum Einschlafen vorlasen. Darin zieht zunächst ein kleines Mondschaf allein über eine Wolkenwiese, bis ein zweites hinzukommt und beide die Nacht gemeinsam verbringen. Das Bild verbindet Nacht, Nähe, Fantasie und eine spielerische Form von Weltwahrnehmung – und passt damit auf eigentümliche Weise zu einer Musik, die sich ebenfalls neugierig und unbefangen zwischen unterschiedlichen Zuständen bewegt.

Für Bayer ist das Album deshalb nicht nur eine Sammlung neuer Kompositionen, sondern zugleich eine musikalische Momentaufnahme einer besonderen Lebensphase. Es bewahrt die Erinnerung an einen Entstehungsprozess, in dem vieles zunächst ungewiss war und gerade deshalb die Rückkehr zum Spielen, die Zusammenarbeit mit der Band und die Realisierung der Musik eine besondere Intensität bekamen.

Heidi Bayer lebt seit April 2026 in Nürnberg, wo sie eine Professur für Jazz-Trompete an der Hochschule für Musik Nürnberg angetreten hat. Zuvor lebte und arbeitete sie seit 2015 in Köln. Mit ihren eigenen Projekten Virtual Leak und KORSH hat sie ihre musikalische Sprache kontinuierlich weiterentwickelt. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Komposition und Improvisation und verbindet individuelle solistische Freiheit mit einem ausgeprägten Interesse am gemeinsamen Bandsound. Für ihre Komposition „Cookie Dough“ aus dem Album KORSH erhielt sie 2023 den Deutschen Jazzpreis.

  • 1Greetings to Horst06:24
    ISRC: DEZC6-26-95034
  • 2For Hub08:36
    ISRC: DEZC6-26-95035
  • 3Moonsheep06:18
    ISRC: DEZC6-26-95036
  • 4Open Hearts06:47
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  • 5Der Kalumsch'n-Mann03:49
    ISRC: DEZC6-26-95038
  • 6I Like Mistakes04:59
    ISRC: DEZC6-26-95039
  • 7Franconian Waltz / For Simon03:41
    ISRC: DEZC6-26-95040
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