Joji Hattori / Joseph SeigerFritz Kreisler - Miniatures for Violin and Piano (only digital)
Best-Nr:Q2603
Barcode:800679260329
VÖ Datum:07.08.2026
Label:Quinton Records
Labelcode:99999
Stil:Klassik/Kammermusik/Violin, Piano

Miniatures für Violine und Klavier

Auf diesem Album widmet sich Joji Hattori gemeinsam mit dem Pianisten Joseph Seiger – langjährigem Klavierpartner des legendären Geigers Mischa Elman – in zwei zusammengeführten Programmen dem Schaffen Fritz Kreislers (1875–1962). Der Wiener Geiger und Komponist, selbst einer der bedeutendsten Virtuosen seiner Zeit, verband in seinen Miniaturen kunstvolle Melodik mit tänzerischer Leichtigkeit: von den weltberühmten Stücken „Liebesfreud“ und „Liebesleid“ über „Schön Rosmarin“ bis zu seinen raffinierten Pastiche-Kompositionen im Stil alter Meister.

Ein Wunderkind zwischen Wien und Paris

Fritz Kreisler wurde am 2. Februar 1875 in Wien geboren und zeigte schon als Kind außergewöhnliche musikalische Begabung. Mit erst sieben Jahren wurde er – jünger, als es die Statuten eigentlich erlaubten – am Wiener Konservatorium aufgenommen, wo er unter anderem bei Jacob Dont Violine und bei Anton Bruckner Musiktheorie studierte. Mit zehn Jahren schloss er sein Studium mit der Goldmedaille ab und wechselte anschließend an das Pariser Conservatoire, wo er bei Joseph Lambert Massart Violine und bei Léo Delibes Komposition lernte. Bereits mit zwölf Jahren gewann er dort den Premier Grand Prix – den höchsten Preis der Institution, ausgezeichnet vor Absolventen, die teils doppelt so alt waren wie er.

Im Alter von vierzehn Jahren debütierte Kreisler in den Vereinigten Staaten mit dem Boston Symphony Orchestra und ging anschließend mit dem Pianisten Moritz Rosenthal auf eine erfolgreiche Tournee durch Amerika. Nach seiner Rückkehr nach Wien überraschte er die Musikwelt jedoch mit einer Kehrtwende: Er legte die Geige vorerst beiseite, um Medizin zu studieren, beschäftigte sich mit Malerei in Paris und Rom und diente schließlich als Offizier im österreichischen Heer. Erst 1899 kehrte er als Konzertgeiger auf die Bühne zurück – und avancierte binnen weniger Jahre zu einem der gefeiertsten Virtuosen seiner Epoche, bekannt für seinen warmen, singenden Ton, sein ausdrucksstarkes Vibrato und einen eleganten, beinahe gesanglichen Vortragsstil, der bis heute als Maßstab violinistischer Klangkultur gilt.

Vom Schützengraben auf die Konzertbühnen der Welt Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Kreisler in die österreichisch- ungarische Armee einberufen und an die russische Front geschickt, wo er im Kampf schwer durch einen Bajonettstich verwundet wurde. Nach seiner ehrenvollen Entlassung aus dem Militärdienst ließ er sich in den Vereinigten Staaten nieder, denen er – nach Jahren des Pendelns zwischen Europa und Amerika – 1943 offiziell als Staatsbürger beitrat. Von New York aus setzte er seine internationale Konzertkarriere fort und wurde zu einer der prägendsten Geigerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Der Komponist und sein berühmter Streich

Für seine Zugaben und Konzertprogramme komponierte Kreisler eine Fülle kurzer, kunstvoller Charakterstücke – Miniaturen von großer melodischer Erfindungsgabe, die bis heute zum festen Repertoire jedes Geigers zählen. Einen Teil dieser Werke veröffentlichte er zunächst unter den Namen barocker und klassizistischer Komponisten wie Giuseppe Tartini, Gaetano Pugnani, Padre Martini oder François Francoeur, mit der Begründung, es sei „unangebracht und taktlos“, seinen eigenen Namen ständig auf den Programmzetteln zu wiederholen. Erst 1935, an seinem sechzigsten Geburtstag, offenbarte Kreisler in einem vielbeachteten Interview, dass er sämtliche dieser vermeintlich wiederentdeckten „Klassiker“ selbst komponiert hatte – eine Enthüllung, die international für Aufsehen sorgte und bis heute als eine der bemerkenswertesten Episoden der Musikgeschichte gilt. Kreisler selbst begegnete der Aufregung mit trockenem Humor: Der Name auf dem Programm, so entgegnete er seinen Kritikern, ändere schließlich nichts an der Qualität der Musik.

Neben seinen Miniaturen für Violine und Klavier schrieb Kreisler auch größer angelegte Werke, darunter die Operetten „Apple Blossoms“ (1919) und „Sissy“ (1932) sowie eine vielgespielte Kadenz zu Beethovens Violinkonzert. 1941 wurde er in New York von einem Lieferwagen erfasst und erlitt einen Schädelbruch, von dem er sich nur langsam erholte. Dennoch kehrte er auf die Bühne zurück und blieb bis 1947 im Konzertsaal sowie noch einige Jahre darüber hinaus im Rundfunk aktiv. Fritz Kreisler starb am 29. Januar 1962 in New York – sein kompositorisches Erbe aus Wiener Charme, ungarisch-zigeunerischer Klangfarbe und kunstvoller Salonmusik prägt das Repertoire der Violine bis heute.

Das vorliegende Album versammelt insgesamt 45 Stücke aus diesem Schaffen – darunter neben Kreislers eigenen Kompositionen auch seine kunstvollen Bearbeitungen von Werken Dvořáks, Tschaikowskys, Mendelssohns, Chopins, Rachmaninows und vieler anderer Komponisten – und dokumentiert damit einen Großteil des Repertoires, mit dem der Wiener Meister selbst die Konzertsäle der Welt eroberte. Aufgenommen wurde die Sammlung 1995 in der All Saints Church in Petersham, England.

Über Joji Hattori

Joji Hattori, Intendant des Wiener Opernsommers Belvedere, erfreut sich einer sehr breitgefächerten Karriere als Künstler. Er ist nicht nur bekannt als Dirigent und Geiger, sondern auch als Entrepreneur von neuen, innovativen Projekten. Auch widmet er sich zunehmend der Unterstützung junger Musiktalente.

Joji Hattori wurde 1969 in Japan geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Wien. Dort prägten regelmäßige Opern- und Konzertbesuche sowie unzählige Hausmusikabende mit führenden Wiener Musikern seine musikalische Entwicklung. Er studierte Geige an der Wiener Musikhochschule unter Rainer Küchl, später setzte er seine Studien bei Yehudi Menuhin und Vladimir Spivakov fort. 1989 gewann er den Internationalen Menuhin Violin-Wettbewerb in England. Nach einem Jahrzehnt solistischer Tätigkeit nahm er 2002 am ersten Lorin Maazel Dirigenten-Wettbewerb in New York teil, bei dem er einen der Hauptpreise gewann; ein wichtiger Bestandteil dieses Preises war die Möglichkeit, über zwei Jahre intensiv mit Lorin Maazel zu studieren.

2004–2017 war Joji Hattori Ständiger Gastdirigent, 2018–2024 Erster Gastdirigent des Wiener KammerOrchesters, mit dem er auf zahlreichen Tourneen in über 20 Ländern aufgetreten ist. Zudem war er 2015–2019 Erster Gastdirigent und Ko-Intendant des Balearischen Symphonieorchesters (Palma de Mallorca). Als Gastdirigent leitete Hattori zahlreiche bedeutende Orchester, darunter das Philharmonia Orchestra London, die Wiener Symphoniker, die Slowakische Philharmonie, das Düsseldorfer Symphonieorchester oder viele führende Symphonieorchester in Japan.

Als Operndirigent debütierte Hattori 2004 an der Kammeroper Wien mit Mozarts La Finta Giardiniera. 2007 bis 2008 war er Erster Kapellmeister am Theater Erfurt und 2009 bis 2021 Chefdirigent und Musikalischer Leiter des Open-Air Opern-/ Operettensommerfestivals in Kittsee. 2009 dirigierte er an der Wiener Staatsoper drei Aufführungen der Zauberflöte. Wiederholt arbeitete er auch am New National Theatre Tokyo, dem ersten Opernhaus Japans.

Zusätzlich zu seiner Konzerttätigkeit ist Joji Hattori Präsident der Musica Juventutis Österreich, Vizepräsident des Internationalen Menuhin Violinwettbewerbs und seit 2003 Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Darüber hinaus studierte er Sozialanthropologie an der Universität Oxford (St. Antony College) und widmet sich der Forschung im Bereich der nationalen Identitäten.

Seit 2015 ist er auch Betreiber von Shiki, einem exklusiven japanischen Restaurant in Wien.

  • 1Caprice Viennois, Op.204:06
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603001
  • 2Serenade espagnole, Op.24 (Chaminade, arr. Fritz Kreisler)02:11
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603002
  • 3Marche miniature viennoise02:58
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603003
  • 4Slavonic Dance in E minor, Op.72-2 (Dvořák, arr. Fritz Kreisler)04:35
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603004
  • 5Preghiera in the style of Martini03:34
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603005
  • 6La Gitana03:13
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603006
  • 7Lotus Land, Op.47-1 (Scott, arr. Fritz Kreisler)04:17
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603007
  • 8Sicilienne and Rigaudon in the Style of Francoeur04:28
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603008
  • 9Lieder ohne Worte, Op.109 (Mendelssohn, arr. Fritz Kreisler)02:49
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603009
  • 10Chant sans paroles, Op.2-3 (Tchaikovsky, arr. Fritz Kreisler)02:48
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603010
  • 11Liebesfreud03:27
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603011
  • 12Liebesleid03:23
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603012
  • 13Schön Rosmarin02:04
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603013
  • 14Slavonic Phantasy (Dvořák, arr. Fritz Kreisler)04:47
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603014
  • 15Rhapsody on a Theme of Paganini, Op.43, Var.XVIII (Rachmaninoff, arr. Fritz Kreisler)02:47
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603015
  • 16Frasquita Serenade (Lehár, arr. Fritz Kreisler)02:30
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603016
  • 17Londonderry Air (Traditional, arr. Fritz Kreisler)03:36
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603017
  • 18Praeludium and Allegro in the style of Pugnani05:30
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603018
  • 19Aucassin and Nicolette, Canzonetta medievale01:57
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603019
  • 20Tango, Op.165-2 (Albéniz, arr. Fritz Kreisler)02:22
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603020
  • 21Midnight Bells (Heuberger, arr. Fritz Kreisler)03:10
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603021
  • 22Tambourin Chinois, Op.303:48
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603022
  • 23Danza española from 'La vida breve' (Falla, arr. Fritz Kreisler)03:46
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603023
  • 24Humoresque in G major, Op.101-7 (Dvořák, arr. Fritz Kreisler)03:15
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603024
  • 25Poupée valsante (Poldini, arr. Fritz Kreisler)02:33
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603025
  • 26Chanson de Louise XIII et Pavane dans le style de Couperin03:30
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603026
  • 27Variations on a Theme of Corelli in the style of Tartini03:56
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603027
  • 28Melodie from 'Orfee et Euridice' (Gluck, arr. Fritz Kreisler)02:31
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603028
  • 29Ballet Music No.2 from 'Rosamunde' (Schubert, arr. Fritz Kreisler)03:24
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603029
  • 30Andantino in the style of Martini02:52
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603030
  • 31Polichinelle01:41
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603031
  • 32Serenade espagnole (Glazounov, arr. Fritz Kreisler)02:54
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603032
  • 33Mazurkain A minor, Op.posth (Chopin, arr. Fritz Kreisler)02:48
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603033
  • 34Chant hindou from 'Sadko' (Rimsky-Korsakov, arr. Fritz Kreisler)03:05
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603034
  • 35Malagueña03:57
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603035
  • 36Menuett in the style of Porpola04:24
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603036
  • 37Aubade provencale in the style of Couperin02:22
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603037
  • 38Allegretto in the style of Boccherini02:31
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603038
  • 39Tambourin from 'Les fêtes d'Hébé' (Rameau, arr. Fritz Kreisler)02:35
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603039
  • 40Rondino on a Theme by Beethoven02:40
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603040
  • 41Toy Soldiers' March01:53
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603041
  • 42Slavonic Dance in G minor, Op.72-1 (Dvořák, arr. Fritz Kreisler)03:25
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603042
  • 43Dance of the Maidens, Op.48 (Friml, arr. Fritz Kreisler)02:33
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603043
  • 44Syncopation02:03
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603044
  • 45The Old Refrain based on 'Du alter Stefansturm' from 'Der liebe Augustin' (Brandl, arr. Fritz Kreisler)03:12
    Musik: Fritz KreislerISRC: ATQ042603045

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Musiker
  • Joji Hattori: Geige
  • Joseph Seiger: Piano
Produzent
  • Floating Earth
  • Stephen Johns
Aufnahmeland: ÖsterreichC2026 Quinton RecordsP2026 Quinton Records