Sinfonia Concertante & Violin Concertos 3 and 4
Für seine Einspielung der Mozart-Violinkonzerte übernahm Joji Hattori
gemeinsam mit den London Mozart Players – dem ältesten Kammerorchester
Englands – die Doppelrolle als Solist und Dirigent. Im Zentrum stehen die
beiden Salzburger Konzerte Nr. 3 G-Dur KV 216 und Nr. 4 D-Dur KV 218, die
Mozart in seinem „Wunderjahr“ 1775 im Alter von neunzehn Jahren
komponierte, sowie die vier Jahre später entstandene Sinfonia concertante
Es-Dur KV 364 für Violine, Viola und Orchester, in der ihm der
österreichische Bratschist Thomas Riebl, Gründungsmitglied des Wiener
Streichsextetts, zur Seite steht.
Die fünf Violinkonzerte Mozarts
entstanden alle innerhalb weniger
Monate des Jahres 1775 in Salzburg, wo
der junge Komponist als Konzertmeister
der Hofkapelle wirkte. Während die
ersten beiden Konzerte noch Anklänge an
den ausgehenden Spätbarock erkennen
lassen, markiert das Konzert Nr. 3 G-Dur
KV 216 einen deutlichen stilistischen
Reifeschritt: Das Orchester gewinnt
größere Freiheit, die Bläser treten
erstmals eigenständig hervor, und der
langsame Satz zählt zu den lyrisch
schönsten Seiten im gesamten OEuvre.
Das Konzert Nr. 4 D-Dur KV 218
wiederum ist ein Werk der Kontraste –
einem lebhaften, an Marschmusik
erinnernden Kopfsatz folgt ein
introspektives Andante cantabile, bevor
ein tänzerisches Rondo mit höfischem
Charme den Schlusspunkt setzt. Die
1779 entstandene Sinfonia concertante
KV 364 gilt als Höhepunkt der Gattung:
Mozart, dem es hier keineswegs um
bloße virtuose Schaustellung ging,
verbindet einen kraftvollen ersten Satz
mit einem der bewegendsten langsamen
Sätze seines gesamten Schaffens –
einem c-Moll-Andante von großer
Innerlichkeit – und einem mitreißenden,
beschwingten Finale.
Aufgenommen im Dezember 1999 in der
All Saints Church im Londoner Stadtteil
Tooting, zeichnet sich Hattoris
Interpretation durch einen
nachdenklichen, undogmatischen Zugang
zu Mozarts jugendlichen Meisterwerken
aus – einer, der den langsamen Sätzen
viel Raum zum Atmen lässt, ohne an
innerer Spannung zu verlieren.
Zeitgenössische Kritiker beschrieben
seinen Zugang treffend als „Musik der
Nuancen“.
Über Joji Hattori
Joji Hattori, Intendant des Wiener
Opernsommers Belvedere, erfreut sich einer
sehr breitgefächerten Karriere als Künstler.
Er ist nicht nur bekannt als Dirigent und
Geiger, sondern auch als Entrepreneur von
neuen, innovativen Projekten. Auch widmet
er sich zunehmend der Unterstützung junger
Musiktalente.
Joji Hattori wurde 1969 in Japan geboren,
verbrachte aber seine Kindheit in Wien. Dort
prägten regelmäßige Opern- und
Konzertbesuche sowie unzählige
Hausmusikabende mit führenden Wiener
Musikern seine musikalische Entwicklung. Er
studierte Geige an der Wiener
Musikhochschule unter Rainer Küchl, später
setzte er seine Studien bei Yehudi Menuhin
und Vladimir Spivakov fort. 1989 gewann er
den Internationalen Menuhin Violin-
Wettbewerb in England. Nach einem
Jahrzehnt solistischer Tätigkeit nahm er 2002
am ersten Lorin Maazel Dirigenten-
Wettbewerb in New York teil, bei dem er
einen der Hauptpreise gewann; ein wichtiger
Bestandteil dieses Preises war die
Möglichkeit, über zwei Jahre intensiv mit
Lorin Maazel zu studieren.
2004–2017 war Joji Hattori Ständiger
Gastdirigent, 2018–2024 Erster Gastdirigent
des Wiener KammerOrchesters, mit dem er
auf zahlreichen Tourneen in über 20 Ländern
aufgetreten ist. Zudem war er 2015–2019
Erster Gastdirigent und Ko-Intendant des
Balearischen Symphonieorchesters (Palma
de Mallorca). Als Gastdirigent leitete Hattori
zahlreiche bedeutende Orchester, darunter
das Philharmonia Orchestra London, die
Wiener Symphoniker, die Slowakische
Philharmonie, das Düsseldorfer
Symphonieorchester oder viele führende
Symphonieorchester in Japan.
Als Operndirigent debütierte Hattori 2004 an
der Kammeroper Wien mit Mozarts La Finta
Giardiniera. 2007 bis 2008 war er Erster
Kapellmeister am Theater Erfurt und 2009 bis
2021 Chefdirigent und Musikalischer Leiter
des Open-Air Opern-/
Operettensommerfestivals in Kittsee. 2009
dirigierte er an der Wiener Staatsoper drei
Aufführungen der Zauberflöte. Wiederholt
arbeitete er auch am New National Theatre
Tokyo, dem ersten Opernhaus Japans.
Zusätzlich zu seiner Konzerttätigkeit ist Joji
Hattori Präsident der Musica Juventutis
Österreich, Vizepräsident des Internationalen
Menuhin Violinwettbewerbs und seit 2003
Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in
London. Darüber hinaus studierte er
Sozialanthropologie an der Universität Oxford
(St. Antony College) und widmet sich der
Forschung im Bereich der nationalen
Identitäten. Seit 2015 ist er auch Betreiber
von Shiki, einem exklusiven japanischen
Restaurant in Wien.
Über Thomas Riebl
Thomas Riebl wurde 1956 in Wien geboren
und studierte Viola bei Siegfried Führlinger,
später bei Peter Schidlof und Sándor Végh.
Bereits mit sechzehn Jahren debütierte er im
Wiener Konzerthaus. Von 1972 bis 1979 war
er Mitglied des Wiener Schubert-Quartetts,
mit dem er 1974 den Ersten Preis beim
Wettbewerb der Europäischen
Rundfunkunion in Stockholm gewann, bevor
er sich bis 2004 dem Wiener Streichsextett
anschloss und mit diesem international
konzertierte, unter anderem bei den
Salzburger und den Wiener Festwochen
sowie beim Edinburgh Festival. 1982 wurde
er beim Internationalen Naumburg-
Violawettbewerb in New York mit dem Ersten
Preis und dem Ernst-Wallfisch-
Gedächtnispreis ausgezeichnet, nachdem er
zuvor bereits bei internationalen
Wettbewerben in München und Budapest
reüssiert hatte. Seit 1983 ist Riebl Professor
für Viola an der Universität Mozarteum
Salzburg.
Als Solist trat er mit renommierten
Orchestern wie dem Chicago Symphony
Orchestra, dem Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks und den Wiener
Symphonikern auf, unter Dirigenten wie
Claudio Abbado, Horst Stein, Edo de Waart
und Andrew Davis. Zu seinen
Kammermusikpartnern zählten unter
anderem Jessye Norman, Heinz Holliger,
Sabine Meyer, András Schiff und Gidon
Kremer. Seine Diskografie umfasst u. a. das
Album „1919“ mit Werken von Bloch, Clarke
und Hindemith sowie die Brahms-Lieder op.
91 gemeinsam mit Brigitte Fassbänder und
Irwin Gage.
Über die London Mozart Players
Die London Mozart Players
wurden 1949
von dem Geiger und Dirigenten Harry Blech
gegründet – ursprünglich, um der Pianistin
Dorothea Braus die Aufführung zweier
Mozart-Klavierkonzerte zu ermöglichen – und
gelten bis heute als das älteste durchgehend
bestehende Kammerorchester
Großbritanniens. Ihre Chefdirigenten reichten
von Harry Blech selbst (1949–1984) über
Jane Glover (1984–1992) bis zu Matthias
Bamert, der das Orchester zum Zeitpunkt
dieser Aufnahme leitete (1992–2000); es
folgten unter anderem Andrew Parrott und
Gérard Korsten, seit 2015 steht Howard
Shelley an der Spitze des Ensembles. Der
ausgezeichnete Ruf der London Mozart
Players, insbesondere für Aufführungen des
klassischen Repertoires, reicht weit über die
Grenzen Großbritanniens hinaus.
Das Orchester tourt regelmäßig durch die
bedeutendsten Konzertsäle Europas, der USA
und Japans und blickt auf eine umfangreiche,
vielfach ausgezeichnete Diskografie zurück.
Seit 2014 werden die London Mozart Players
in einzigartiger Weise vollständig von den
eigenen Orchestermitgliedern geleitet –
künstlerisch wie organisatorisch – und zählen
damit zu den innovativsten Klangkörpern
Großbritanniens.
1Sinfonia Concertante K 364 In E Flat, I. Allegro Maestoso13:34

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604001
2Sinfonia Concertante K 364 In E Flat, II. Andante11:21

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604002
3Sinfonia Concertante K 364 In E Flat, III. Presto06:04

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604003
4Violin Concerto #3 K 216 In G, I. Allegro09:33

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604004
5Violin Concerto #3 K 216 In G, II. Adagio07:17

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604005
6Violin Concerto #3 K 216 In G, III Rondeau - Allegro06:31

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604006
7Violin Concerto #4 K 218 In D, I. Allegro09:19

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604007
8Violin Concerto #4 K 218 In D, II. Andante Cantabile06:31

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604008
9Violin Concerto #4 K 218 In D, III. Rondeau, Andante Grazioso07:47

Musik: Wolfgang Amadeus MozartISRC: ATQ042604009
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