Die Farben der Musik und der Liebe
Die Klaviertrios von Robert Schumann und Claude Debussy
Ein Klaviertrio der deutschen Hochromantik, eines des französischen Spätromantik – und doch wären beide in dieser Gestalt ohne die Wiener Klassik so nicht zustande gekommen. Das Waldstein Trio auf der Suche nach einem vielschichtiger Dialog zweier Epochen.
Wie die Symphonie und das Streichquartett hat sich auch das Klaviertrio aus den kammermusikalischen Besetzungen des Barock entwickelt.
Die Kammermusik von Robert Schumann (1810-1856) ist im Gegensatz zu seinen Sinfonien, der Klaviermusik und den Liedern eher selten in den internationalen Konzertprogrammen zu finden. Gründe dafür sind schwer auszumachen. Tatsache ist, dass gerade die Kammermusik bei Schumann zahlreiche seiner schönsten Einfälle enthält.
Die Komposition von Klaviertrios erstreckt sich bei Schumann über den relativ engen Zeitraum von vier Jahren. Innerhalb dieser Spanne entstanden das erste Klaviertrio d-Moll op. 63 (1847), das zweite Klaviertrio F-Dur op. 80 (1847 und 1849), die „Fantasiestücke“ für Klavier, Violine und Violoncello op. 88 (1849) sowie das Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 3 g-Moll op. 110. Dieses schrieb er innerhalb von einer Woche im Oktober 1851. Eine Schaffensphase, die Bedeutendes hervorbrachte, darunter große Orchesterwerke wie die dritte und die vierte Symphonie.
Zählen Schumanns Werke zu den Säulen der Klaviertrio-Literatur, so hätte man noch vor wenigen Jahrzehnten selbst in einem qualitätsvollen Kammermusikführer vergeblich nach einem Klaviertrio von Claude Debussy (1862–1918) gesucht. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde seine lange verschollene Komposition aufgefunden. Es ist ein Frühwerk eines jungen Mannes, der auch in diesem Stück des Suchens und Werdens schon viel von seiner späteren Meisterschaft verrät. Das Trio führt in einen ersten markanten künstlerischen Abschnitt im Leben Debussys. Er begleitete die Familie auf ihren ausgedehnten Reisen in Europa, wie etwa in die Schweiz, nach Italien, Wien und Moskau.
Dr. Christian Heindl, Wien 2025
In dieser Einspielung hören wir das Trio No. 3 von Robert Schumann in einer Aufnahme, welche die letzte in den legendären Wiener Sofiensälen werden sollte. Im Jahr 2000, mitten in den Vorbereitungen zur Gründung des Wiener Klassik-Labels Quinton Records, fand sich das junge Team von Quinton dort für diese Produktion ein. Am 16. August 2001 wurden die Sofiensäle dann durch einen Brand schwer beschädigt. Schon Sir Georg Solti und die Wiener Philharmoniker nahmen dort mit ihrem Produzenten John Culshaw für die DECCA in den Jahren 1958 bis 1965 Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" auf. Die Aufnahmen zum Debussy Trio fand dann im Casino Baumgarten statt.
Gerhard Schulz
Geboren am 23. September 1951 in Linz.
Gerhard Schulz ist österreichischer Violinist und Dirigent. Er studierte bei Franz Samohyl an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien, Sándor Végh an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und Shmuel Ashkenasi in den USA.
Er war Mitglied des Alban Berg Quartetts, mit dem er länger als 30 Jahre in den wichtigsten Musikzentren der Welt musizierte. Nachdem das Alban Berg Quartett im Sommer 2008 die Konzerttätigkeit beendet hatte, gründete Schulz das Klavierquartett „Waldstein Ensemble“ und das "Waldstein Trio".
Sein Debüt als Dirigent feierte Gerhard Schulz im November 2009 mit dem Copenhagen Philharmonic Orchestra und widmet sich seither neben dieser Tätigkeit der Arbeit mit seinen Studenten.
Lilia Schulz - Bayrova
Geboren 1971 in Sofia, erhielt sie mit sieben Jahren von ihrem Vater Jontscho Bayrov ersten Violoncellounterricht. Nach ihrer Übersiedlung nach Wien studierte sie bei ihm am damaligen Konservatorium der Stadt Wien (heute MUK). Weitere Studien führten sie zu Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Valentin Erben.
Sie gewann erste Preise beim nationalen Wettbewerb in Bulgarien 1982 und 1983. Im Jahre 1989 gewann sie den Sonderpreis der Wiener Philharmoniker, schloss ihr Studium am Konservatorium mit Auszeichnung ab und im Oktober desselben Jahres gewann sie den ersten Preis beim internationalen Violoncellowettbewerb der Europäischen Union. Seiher konzertiert sie mit führenden Orchestern in ganz Europa und in den USA. Sie ist zudem gefragte Kammermusikerin und konzertierte als Mitglied des Waldstein Ensembles.
Christoph Berner
Die beeindruckende Diskographie der letzten Jahre zeigt Publikum und Kritikern Christoph Berners enorme stilistische Bandbreite und musikalische Vielseitigkeit. Sowohl die Einspielung des Gesamtwerks für Klarinette und Klavier von Johannes Brahms mit Laura Ruiz-Ferreres, die Aufnahmen mit dem Tenor Werner Güra sowie die Veröffentlichung mit Liedern des Fin de siècle mit der Mezzosopranistin Anke Vondung wurden mit den wichtigsten Preisen wie dem BBC Classic Award, dem ECHO, dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Diapason d´or ausgezeichnet.
Christoph Berner wurde in Wien geboren und studierte an der Universität für Musik seiner Heimatstadt bei Imola Joo, Hans Graf und Hans Petermandl. 1997 schloss er seine Studien mit einstimmiger Auszeichnung ab und besuchte anschließend zwei Jahre die Meisterklasse von Maria Tipo an der Scuola di musica di Fiesole (Italien).
Er gewann den Bösendorferwettbewerb 1995, den 2. Preis beim Internationalen Beethovenwettbewerb 1997 (Wien) sowie den Mozart- und Schumannpreis beim Géza Anda Concours 2003 (Zürich).
Als Solist war er mit Orchestern wie dem Moskauer Tschaikowsky Orchester, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, der Dresdner Philharmonie, der Philharmonie Bergen, der Northern Sinfonia, der Neuen Philharmonie Westfalen und dem Mahler Chamber Orchestra unter Dirigenten wie Neeme Järvi, Michel Plasson, Rafael Frühbeck de Burgos, Andrew Litton, Johannes Wildner, Vladimir Fedosejev und Thomas Zehetmair zu hören.
1Claude Debussy, Piano Trio in G Major, L. 3 - I. Andantino con moto allegro09:02
Musik: Claude DebussyISRC: ATQ042506001
2Claude Debussy, Piano Trio in G Major, L. 3 - II. Scherzo. Moderato con allegro03:18
Musik: Claude DebussyISRC: ATQ042506002
3Claude Debussy, Piano Trio in G Major, L. 3 - III. Andante espressivo04:13
Musik: Claude DebussyISRC: ATQ042506003
4Claude Debussy, Piano Trio in G Major, L. 3 - IV. Finale. Appassionato05:14
Musik: Claude DebussyISRC: ATQ042506004
5Robert Schumann, Piano Trio No. 3 in g-minor, op.110 - I. Bewegt, doch nicht zu rasch09:53
Musik: Robert SchumannISRC: ATQ042506005
6Robert Schumann, Piano Trio No. 3 in g-minor, op.110 - II. Ziemlich langsam06:29
Musik: Robert SchumannISRC: ATQ042506006
7Robert Schumann, Piano Trio No. 3 in g-minor, op.110 - III. Rasch04:11
Musik: Robert SchumannISRC: ATQ042506007
8Robert Schumann, Piano Trio No. 3 in g-minor, op.110 - IV. Kräftig, mit Humor07:20
Musik: Robert SchumannISRC: ATQ042506008
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