„Pegno d’Ammore“ ist ein Liebesbekenntnis an die traditionelle Musik Süditaliens und im Besonderen an die Stadt Neapel: ihre Gemäuer, ihre Klänge, ihre Wunden und ihre unerschöpfliche Lebenskraft. Ein Album, das auf den Straßen entstanden ist und dazu bestimmt ist, dorthin zurückzukehren – wie ein Lied, das von Mauern widerhallt, in Gassen entschwindet und sich mit dem Rhythmus des Alltags vermischt. Neapel nicht nur eine Stadt, sondern als eine Stimme, die niemals aufhört zu singen.
Pino Ruffo hat diese Stimme schon sein ganzes Leben gekannt. Er trägt sie in sich und verschafft ihr täglich auf den Straßen Gehör, ohne Bühne und ohne Zeitplan. Als urbaner Minnesänger und Troubadour des neuen Jahrtausends durchquert Ruffo die Stadt Vers für Vers, meißelt Klänge in ihre Gassen und zwingt die Mauern zum Zuhören. Im Gegenzug vertraut Neapel ihm seine Geschichten an. „Pegno d’Ammore“ ist im Freien entstanden – zwischen den gemächlichen Schritten des Morgens und dem abendlichen Geplauder –, wo Musik keine Darbietung, sondern eine Notwendigkeit ist. Das Album bewahrt das kollektive Gedächtnis und projiziert es in die Gegenwart, ohne es zu einem Museumsstück zu machen: Tradition als etwas, das sich ständig weiterentwickelt.
An der Seite von Ruffo stehen dabei zwei Musiker, die denselben künstlerischen Drang teilen. Giacomo Pedicini (Bass, Gitarren, Arrangements), der durch eine moderne, helle und dabei stets zurückhaltende Musiksprache leichte Architekturen und unsichtbare Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schafft. Francesco Paolo Manna (Percussion), der uralte Herzschlag des Albums, der mit überlieferten Rhythmen, die jede klangliche Erzählung durchatmen und verbinden, mediterrane Rituale, Tänze und Landschaften heraufbeschwört.
Darüber hinaus besticht das Projekt durch herausragende Gastmusiker: Lino Cannavacciuolo an der Violine, Daniele Sepe am Saxophon und Luigi Scialdone an den Zupfinstrumenten. Die Lieder von „Pegno d’Ammore“ kommen von weit her und klingen doch nach zu Hause – Hingabe, Feierlichkeit, Sehnsucht, Ironie und Melancholie. Geschichten, die im Süden verwurzelt sind und jeden ansprechen, der bereit ist, zuzuhören. Denn Tradition ist nicht das, was einmal war. Sie ist das, was sich ständig weiterentwickelt. Und solange jemand auf den Straßen singt, wird Neapel niemals aufhören, seine Geschichte zu erzählen.
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