Francesco Di CristofaroPacienza, pane e tempo
Best-Nr:LB14
Barcode:199900495716
VÖ Datum:27.02.2026
Label:Liburia Records
Labelcode:99999
Stil:World Music/Italien

„Pacienza, pane e tempo“ ist das neue Album des italienischen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Francesco Di Cristofaro. Das Werk ist eine klangliche Hommage an den Schriftsteller und Intellektuellen Leonardo Sciascia und dessen radikale Auseinandersetzung mit Macht, Gewalt und Widerstand im historischen Kontext der spanischen Inquisition auf Sizilien. Im Mittelpunkt des Albums steht die Geschichte von Fra Diego La Matina, einem Augustinermönch aus Racalmuto, der im Jahr 1658 seinen Inquisitor Juan Lopez de Cisneros tötete, nachdem er Jahre der Gefangenschaft, Folter und Gerichtsverfahren hatte erdulden müssen. In seinem Buch „Der Tod des Inquisitors“ verwandelt Sciascia diese historische Begebenheit in eine umfassendere Reflexion über die Mechanismen institutioneller Gewalt und die fragile Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rebellion.

Sciascia zeigt anhand der Figur des Fra Diego – Gefangener, Flüchtling, Ketzer, Rebell – auf, wie religiöse und politische Macht zusammenwirkten, um Körper und Gewissen zu kontrollieren. Damit nimmt er Formen systemischer Unterdrückung vorweg, die die sizilianische Geschichte bis weit in die Moderne hinein prägen sollten. Seine Interpretation reicht weit über den historischen Kontext hinaus und spricht als zeitlose Reflexion über Autorität, Widerstand und individuelle Freiheit auch die Gegenwart an. Di Cristofaro übersetzt diese Erzählung in eine klangliche Reise, die Fra Diegos letzten Weg nachzeichnet: die Flucht nach Racalmuto, die tödliche Konfrontation mit dem Inquisitor, die Inhaftierung im Palazzo Steri in Palermo, einem der berüchtigtsten Gefängnisse der Inquisition, und das finale Auto da Fé, das öffentliche Ritual der Verurteilung und Hinrichtung. Das Album entfaltet sich dabei als fortlaufende Erzählung, in der Musik, Stimme und historischer Text zu einem einzigen dramatischen Bogen verschmelzen.

Die Erzählung wird von der Stimme des Erzählers Cesare Basile geleitet, dessen Präsenz dem Werk eine mündliche, beinah rituelle Dimension verleiht. Die Texte stammen aus originalen Gefängnisgraffiti, die von Häftlingen der Inquisition geritzt wurden und sich im Palazzo Chiaramonte befinden, sowie aus zwei Gedichten von Leonardo Sciascia („La notte” und „Insonnia”). Der letzte Abschnitt verwendet einen Auszug aus einem Augenzeugenbericht über das Auto da Fé aus dem 17. Jahrhundert, verfasst von Vincenzo Auria im Jahr 1658. Musikalisch fungiert „Pacienza, PANE e TEMPO” als Crossover verschiedener Genres und Klangfarben. Akustische, traditionelle und elektronische Instrumente werden darin zu einer rohen, texturierten Klangsprache verbunden. Di Cristofaros Ansatz vermeidet stilistische Kategorisierung und bevorzugt eine Ausdruckspalette, die von Spannung, Stille und Resonanz geprägt ist und stets im Dienste der Erzählung und des gesprochenen Wortes steht.

  • 1Pensa beni a la morti03:40
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00033
  • 2La desiderata libertati03:27
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00034
  • 3Fuga a Racalmuto03:12
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00035
  • 4Palermu02:28
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00036
  • 5Haec est terra tenebrosa02:34
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00037
  • 6Morte dell'inquisitore01:55
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00038
  • 7Tamburu sona02:04
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00039
  • 8L'ultima notte di Fra Diego03:00
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00040
  • 9Vivo abrugiato, fossero al vento le di lui ceneri disperse06:12
    Musik: Francesco Di CristofaroISRC: ITIJB-26-00041
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Musiker
  • Francesco Di Cristofaro: performs synthesizers, accordion, punteiro, friscalettu, marranzano, electronics, electric and classical guitar, bass, piano, baglamas, duduk, backing vocals and voice.
Gastmusiker
  • Alfredo Pumilia plays violin: tracks 1, 4, 9.
  • Antonio Di Costanzo plays clarinet: tracks 5, 8.
  • Cesare Basile is the narrating voice.
  • Francesco Paolo Manna performs zarb, riqq and tambourine: tracks 3, 5.
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